POTSDAM / NAUENER VORSTADT - Mit einer positiven Bilanz ihrer 16-monatigen Amtszeit als CDU-Kreisvorsitzende geht die Bundestagsabgeordnete Katherina Reiche in die Wahlen zum neuen Kreisvorstand. Die in dieser Woche zur Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesumweltministerium ernannte Politikerin will erneut als Parteivorsitzende antreten. „Ich werde mich definitiv weiter für Potsdam einsetzen“, sagte Reiche gestern. Die neue Parteispitze müsse turnusgemäß noch in diesem Jahr gewählt werden.
Anspielend auf die vergangenen Querelen auf Kreisebene habe sich der Kreisverband unter ihrem Vorsitz „stabilisiert“. Es seien „mehrere gute“ Wahlkämpfe geführt worden. Das Resultat bei den Kommunalwahlen 2008 – die CDU kam auf 11,8 Prozent – bezeichnete sie indes als „nicht ausreichend“. Dennoch stelle die CDU nach fast anderthalb Jahrzehnten mit Iris Jana Magdowski wieder eine Beigeordnete. Zu den Erfolgen zählte Katherina Reiche auch die Ansiedlung des Forschungsinstituts für Klimawandel, Erdsystem und Nachhaltigkeit in Potsdam. In den jüngsten Wahlkämpfen für den Bundestag und das Landesparlament sei die Kreis-CDU „sehr engagiert“ aufgetreten, habe Themen etwa beim Havelausbau besetzt. Gestern Nachmittag hatte die CDU-Kreischefin rund 200 Parteifreunde in den Malteser Treffpunkt Freizeit eingeladen, um sich für die Hilfe im Wahlkampf zu bedanken.
2010 steht in Potsdam bereits die nächste Wahl an. Dann wird über einen neuen Oberbürgermeister entschieden. „Die CDU ist eine Volkspartei, selbstverständlich werden wir uns mit einem eigenen Kandidaten beteiligen“, sagte Katherina Reiche. Knapp ein Jahr vor dem Urnengang sei es aber zu früh, „über Namen zu spekulieren“. Nach dem guten Abschneiden Katherina Reiches bei den Bundestagswahlen (24 Prozent) hatten CDU-Mitglieder ihren Namen als OB-Kandidatin gestreut. Dies sei für die Politikerin jedoch nie eine Option gewesen.
2008 sorgte die Potsdamer CDU für Schlagzeilen mit öffentlich ausgetragenen Grabenkämpfen, in deren Ergebnis sich Katherina Reiche als Parteivorsitzende gegen Junge-Union-Chef Hans-Wilhelm Dünn durchsetzte. Zuvor hatte Wieland Niekisch den Kreisvorsitz auf Drängen verschiedener Ortsverbände aufgegeben. (Von Ricarda Nowak)