DAHME - Es muss an den schönen Stimmen gelegen haben, die am Vorabend des dritten Advents aus der Aula der Oberschule „Otto Unverdorben“ in die Beschaulichkeit der Kleinstadt drangen. Denn bereits da zeigten sich erste, wenn auch nasse Flocken auf den Straßen. Der Männerchor 1846 Dahme/Mark hatte zum Weihnachtskonzert 2009 eingeladen.
Die Aula konnte die Besucher kaum fassen. Noch in den Türen zu den Nebenräumen und zum Treppenhaus standen die Freunde der Sangeskunst, um ja keinen Ton zu verpassen. Denn auch die eingeladenen Gastchöre zeigten ihr Können und erhielten viel Beifall. Zur Unterstützung der Dahmer Männer waren angereist: Bläserchor Rosenthal, Männergesangverein Schlieben 1836 und der Stadtchor Jüterbog.
Bereits nach dem einfühlsamen „Andachts-Jodler“ der Gastgeber zur Einstimmung kam einer der Programmhöhepunkte. Die Kinder der evangelischen Kita „Amalienstift“ begeisterten die Zuhörer durch ihre Unbefangenheit, Frische und Natürlichkeit. Bei so viel Freude am Singen und Rezitieren müssen die Chöre hoffentlich kaum Sorge um Nachwuchs haben. Doch auch die Erwachsenen-Chöre bestachen mit Engagement, Sangesfreude und dem spürbaren Wunsch, anderen mit ihren Liedern eine schöne Vorweihnachtszeit zu bereiten.
Der Sonntag stand dann im Zeichen des Adventsmarktes vor dem Rathaus. Pünktlich um 12 Uhr eröffnete ihn die Bläsergruppe aus Schöna-Kolpien. Die Andeutung von Schnee hatte sich gehalten und sogar noch etwas verstärkt. Richtiges Weihnachtsmarktwetter, um den Düften von Honig, Bratwurst, Backschwein und natürlich Glühwein nachzugehen und das eine oder andere zu kosten.
Die Bäckereien Dornow, Schiller und Graf hatten köstliche Stollen gebacken. Diese wurden vor dem Rathaus durch die Bundestagsabgeordnete Katherina Reiche und ihren Ehemann, den Landtagsabgeordneten Sven Petke (beide CDU), angeboten. „Die erste Stolle hat schon fast 100 Euro eingebracht“, sagte Sven Petke freudestrahlend. Ihm und seiner Frau machte es sichtlichen Spaß, das weihnachtliche Backwerk an die Frau oder den Mann zu bringen. Sie taten dies unterstützend für Dahmes Bürgermeister Thomas Willweber, der durch eine Erkältung gehandicapt war. Gemeinsam mit dessen Frau Babett Willweber erzielten sie einen Erlös in Höhe von 154 Euro. Das Geld wird durch den Bürgermeister verdoppelt und den drei Dahmer Kindereinrichtungen zur Verfügung gestellt.
Um 15 Uhr wurde es politisch. 350 Glockenschläge erklangen zum Kopenhagener Klimagipfel – ein symbolischer Akt, der an das große Ziel der Kohlendioxidverringerung erinnern sollte. Die meisten Besucher des Weihnachtsmarktes stellten eher einen Bezug zum Advent her.
Trotz der gelungenen Ausschmückung der Stände und der Altstadt insgesamt und trotz der ideenreichen und stimmungsvollen Dekorationen der Läden, gab es einen Kritikpunkt: es fehlte ein Weihnachtsbaum. Auf ihn musste man wegen Bauarbeiten verzichten, hieß es.
Der Besucherstrom wurde am späten Nachmittag immer größer. Das belohnte vor allem die Organisatoren vom Verein Pro Dahme und der Touristinformation, die viel Herzblut und Engagement für den Markt aufgebracht hatten.
Was eine gute Geschäftsidee einbringen kann, zeigte die wohl „jüngste Straßenmusikantin Dahmes“, die zehnjährige Emily Wendt. Mit ihrer Flöte hatte sie sich am Rand des Marktes zwischen zwei Tannen platziert und gab die schönsten Weihnachtslieder zum besten. „Damit bessere ich mein Taschengeld auf“, erklärte sie. Das muss etlichen Besuchern gefallen haben, wie das Hütchen mit den Honorargaben zeigte. „Das ist wenigstens richtige Weihnachtsmusik“, sagte eine ältere Dame im Vorübergehen, „die erklingt hier viel zu wenig.“ Diese Kritik teilte aber längst nicht jeder Besucher in Dahme. (Von Michael Helm)