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Bildung & Forschung 

- Presseberichte: Bildung & Forschung -

Schavan fordert Einheits-Schulbücher

Allgemeine Zeitung vom 30.07.2007

Schavan fordert Einheits-Schulbücher

Kritik und Zustimmung für Bildungsministerin

Vom 30.07.2007
 
BERLIN (dpa) Schüler in ganz Deutschland sollen nach dem Willen von Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) künftig aus einheitlichen Büchern lernen. "Ich finde, es ist schwer erklärbar, dass ein Mathematikbuch für die fünfte Klasse in Deutschland in zig Auflagen unterschiedlich nach Ländern existiert", sagte Schavan.

Die Ministerin erntete für ihren Vorstoß sowohl Kritik als auch Lob. "Schule ist und bleibt Ländersache", hieß es in einer Mitteilung des bildungspolitischen Sprechers der FDP-Bundestagsfraktion, Patrick Meinhardt. Unions-Fraktionsvize Katherina Reiche (CDU) begrüßt hingegen den "überfälligen Schritt". Sie sagte, mittelfristig solle auch über einheitliche Lehrpläne diskutiert werden. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) begrüßte die "späte Einsicht" Schavans, "dass das Maß des Föderalismus im Bildungswesen längst übervoll ist". Nicht nur bei den Schulbüchern, auch bei den Lehrplänen sei mehr Einheitlichkeit notwendig, so GEW-Vize Marianne Demmer.

Die Mitwirkung des Bundes im Bereich der Schule - eigentlich eine Länderaufgabe - rechtfertigte Schavan mit der "gesamtstaatlichen Verantwortung". Sie warnte die Länder vor einer Blockade der Qualifizierungsanstrengungen. Mit einer "Qualifizierungs-Offensive" solle es gelingen, die "Potenziale, die in Deutschland stecken, durch Bildung und Ausbildung besser zu nutzen", sagte Schavan. Sie will ihre Vorschläge bei der Kabinettsklausur Ende August vorstellen. Bestandteil sollten unter anderem Konzepte für frühkindliche Bildung, einheitliche Schulstandards und bessere Zugangsmöglichkeiten für junge Berufstätige zu den Hochschulen sein.