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Zehn Prozent mehr BAföG für Studenten

Hamburger Abendblatt vom 07.11.2007

Zehn Prozent mehr BAföG für Studenten
Ab Oktober 2008 mehr Geld auch für Fachschüler. Aber Kritik am späten Zeitpunkt.
 
Das Hauptgebäude der Uni Hamburg. Das BAföG für Studenten soll zum 1. Oktober erhöht werden. Foto: Röhrbein
 

Berlin/Hamburg -
Die Große Koalition ist sich einig: Das BAföG für Studenten und Fachschüler wird zum 1. Oktober 2008 um zehn Prozent erhöht. Dies sei zwischen den Koalitionspartnern "klar", sagte gestern SPD-Fraktionschef Peter Struck.

Zeitgleich sollen die Elternfreibeträge um acht Prozent steigen. Dadurch wird der Kreis der Geförderten ausgeweitet. Dies sei "eine grundsätzlich richtige Entscheidung", sagte Hamburgs Wissenschaftssenator Jörg Dräger (parteilos) dem Abendblatt. Da jedoch die Details noch nicht festlägen, sei unklar, ob der Hamburger Haushalt dadurch belastet werde. Grundsätzlich tragen die Länder einen Teil der BAföG-Zahlungen.

BAföG erhalten derzeit bundesweit 500 000 Studenten, außerdem 320 000 Schüler, meist Teilnehmer von Kursen des zweiten Bildungswegs. Von den 68 000 Studenten in Hamburg beziehen etwa 14 500 die staatliche Förderung. Die Beträge waren zuletzt 2002 erhöht worden.

Ein Student, der nicht mehr bei den Eltern lebt, kann heute monatlich bis zu 585 Euro einschließlich Wohngeld bekommen. Im Schnitt werden 376 Euro im Monat bezahlt. Die Fördersätze für Schüler sind etwas niedriger. Wegen der gestiegenen Lebenshaltungskosten hatten Experten eine Erhöhung mehrfach angemahnt. Der BAföG-Beirat der Regierung hatte die Verbesserung schon für 2007 empfohlen.

Rolf Dobischat, der Präsident des Deutschen Studentenwerks, das sich seit Langem für eine Erhöhung stark gemacht hatte, sagte: "Es ist gut, dass das politische Tauziehen um die längst überfällige BAföG-Erhöhung ein Ende hat." Nun gebe es Planungssicherheit für Studieninteressierte, Studierende und ihre Eltern. Gleichzeitig kritisierte er, dass erst ab Herbst 2008 mehr bezahlt werde. Die Preis- und Einkommensentwicklung bis dahin sei nicht berücksichtigt.

Um die Erhöhung war lange gerungen worden. Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) hatte sie Anfang des Jahres strikt abgelehnt und auf die Haushaltskonsolidierung verwiesen. In den vergangenen Wochen hatte sie sich jedoch den Forderungen der SPD angenähert. CDU/CSU-Fraktionsvize Katherina Reiche sprach von einem "Zeichen der Chancengerechtigkeit". Deutschland müsse alle Talente gewinnen.