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Bio- & Gentechnologie 

- Presseberichte: Bio- & Gentechnologie -

Gentechnik-Gegner zerstörten Maisfeld

PNN vom 23.07.2007

Gentechnik-Gegner zerstörten Maisfeld

Auseinandersetzungen mit Polizei im Oderbruch / Katherina Reiche (CDU) spricht von „Ökoterror“ (22.7. 2007)

Altreetz - Trotz eines großen Polizeiaufgebots ist es Gentechnik-Gegnern am Sonntag im Oderbruch gelungen, auf ein Maisfeld vorzudringen und genveränderte Pflanzen zu zerstören. Die Vertreterin der Initiative „Gendreck weg“, Anja Becker, gab die Größe der betroffenen Fläche mit etwa eineinhalb Hektar an. Sie wertete die seit langem geplante und angekündigte Aktion als Erfolg. Das Landgericht Frankfurt (Oder) hatte zuvor eine einstweilige Verfügung gegen die Aktion der Gentechnik-Gegner erlassen und verboten, die Äcker zu betreten.
Laut Polizei kamen etliche Teilnehmer vorübergehend in Gewahrsam oder wurden festgenommen. Nach übereinstimmenden Angaben beider Seiten blieben Gewalttätigkeiten aus und es wurde niemand verletzt. Rund 570 Polizeibeamte wurden von einem Hubschrauber in der Luft unterstützt. Festgenommene Gentechnik-Gegner überreichten Becker zufolge Strafanzeigen gegen das US-amerikanischen Saatgut-Konzern Monsanto, dessen genveränderte Maissorte im Oderbruch angebaut wird. Die Pflanzen produzierten einen Wirkstoff gegen den Schädling Maiszünsler. Kritiker der „grünen Gentechnik“ warnen vor möglichen Schäden für die Umwelt, zum Beispiel für Insekten. Die Auswirkungen in der freien Natur seien noch unklar. „Wir machen heute Giftpflanzen mit Langzeitfolgen unschädlich“, sagte der Berufsimker und Agraringenieur Michael Grolm vor Beginn des Protestes. Der Genmais sei illegal. Grolm erinnerte daran, dass Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU) im April zwar den Genmais verboten habe, dieser aber vorher schon ausgesät war. Jetzt begännen die Pflanzen zu blühen und ihre gefährlichen Pollen zu verbreiten. Brandenburg ist mit 1347 Hektar bundesweiter Spitzenreiter beim Anbau genveränderter Pflanzen. In ganz Deutschland sind es 2685 Hektar.

Am Morgen hatte sich in Altreetz (Märkisch-Oderland) eine Demonstration mit schätzungsweise 300 Teilnehmern in Marsch gesetzt, um gegen den Anbau von genverändertem Mais zu protestieren. Nach einem Gottesdienst wurde eine ursprünglich geplante Kundgebung abgesagt. Als plötzlich eine Gruppe von 30 bis 40 Menschen aus dem Demonstrationszug in Richtung Maisfeld stürmte, setzten ihnen Polizeibeamte zu Pferd und mit Hunden nach.

Scharfe Kritik am Vorgehen der Demonstranten übte die stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und Potsdamer Abgeordnete, Katherina Reiche. „Feldzerstörungen und Erntevernichtungen sind Ökoterror“, schrieb sie in einer Stellungnahme. Biotechnologie sei in Deutschland und Brandenburg ebenso wichtig wie die Forschung.