Mittel für Mehrgenerationenhaus in Rückersdorf bestätigt / Katherina Reiche freut sich über tolles Miteinander
Gute Nachricht erst nach Umleitung
„Ich bin beeindruckt von der Arbeit, die hier in der Einrichtung geleistet wird, vom unglaublichen Engagement, vom Enthusiasmus, vom guten Verhältnis der Betreuer zu den Eltern und zu ihren Schützlingen und vor allem von der guten Zusammenarbeit zwischen Gemeinde, Amt, DRK und der Einrichtung hier“, resümierte die Vizevorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag und familienpolitische Sprecherin der CDU Katherina Reiche am Dienstagnachmittag in der DRK-Kindertagesstätte in Rückersdorf. Mit dem Bundestagsabgeordneten Michael Stübgen hatte sie ein Arbeitsbesuch hierher geführt.
Im Hause der Rückersdorfer DRK-Kita überzeugten sich die Bundestagsabgeordneten Katherina Reiche und Michael Stübgen davon, wie Generationen unter einem Dach miteinander auskommen. Dr. Ralf Saure (l.) und Ulrich Tallarek (hinten) vom DRK-Kreisverband sowie Ortsbürgermeisterin Marina Zörner (r.) begleiteten die Gäste.
Marina Zörner, Ortsbürgermeisterin und Mitarbeiterin in der DRK-Kita führte die Gäste durch die Einrichtung und informierte über die gute Auslastung der Kita und deren Betreuungsinhalte.
Im anschließenden Gespräch im Kellercafé ging es natürlich um die Entwicklung der Immobilie zum Mehrgenerationenhaus. Da diesbezüglich in Rückersdorf schon gute Voraussetzungen bestehen, Seniorenclub und Kita unter einem Dach agieren und die DRK-Kindertagesstätte als Haus ideal schien, hatten die Rückersdorfer ein Konzept erarbeitet und sich um eine Förderung beworben. „Unsere Konzept ist bestätigt worden, wir bekommen die finanziellen Mittel für unser Mehrgenerationenhaus“, konnte Bürgermeister Christian Jaschinski erfreut berichten.
Dabei wäre die Sache fast schiefgegangen. Christian Jaschinski erzählte: „Am Freitag klingelte mein Handy – mit einer Berliner Nummer. Eine nette Frauenstimme fragte mich, warum wir als Gemeinde denn keine Stellungnahme zum Mehrgenerationenhaus abgegeben hätten. Sie bestätigte, dass der Landkreis das Konzept befürwortet habe, nur die Unterschrift der Gemeinde fehle.“ Sie habe zugeben müssen, dass dem Ministerium ein Lapsus unterlaufen sei und die Unterlagen zur Unterschrift nach Rückersdorf bei Nürnberg geschickt worden waren. So habe er seine Zustimmung zur Konzeption mitgeteilt und umgehend sei per Fax die Bestätigung gekommen, dass Rückersdorf den Zuschlag erhalten habe und Gelder für die dringend notwendige Sanierung und den weiteren Ausbau der Einrichtung zum Mehrgenerationenhaus fließen werden. „Das Konzept hat überzeugt, vieles funktioniert schon. Die Senioren kommen hierher und beschäftigen sich mit den Kindern. Das ist für alle gut. Die Senioren haben eine Aufgabe, und die Kinder lernen etwas zusätzlich“, so Michael Stübgen. Katherina Reiche informierte die Rückersdorfer über Förderprogramme wie die energetische Gebäudesanierung und das CO2-Sanierungsprogramm und bot ihre Hilfe bei der Suche nach weiteren Fördermittelquellen an.
„Das Mehrgenerationenhaus wird ein Kommunikationszentrum für den gesamten Ort. Es wird der Dorfmittelpunkt und ein Anlaufpunkt für alle werden“, ist sich Marina Zörner sicher. Bisher sind im Gebäude mit einer Nutzungsfläche von 2400 Quadratmetern unter anderem die Kita mit Hortbetreuung, der DRK-Ortsverein mit Seniorenclub und Handarbeitszirkel, die Kindertanzgruppe, die Arbeitsgemeinschaft Kochen, der Kids-Smart-Computer, die Frühförderung vom Verein Lebenshilfe, die Musikschule Fröhlich, die Kleinkindbetreuung für Knirpse bis zu drei Jahren außerhalb der Öffnungszeiten, der Eltern-Baby-Kurs, das Büro der Wohnungsgesellschaft Doberlug-Kirchhain, ein Nagelstudio, ein Kostümverleih in der Kita und der Sportraum für zwei Frauensportgruppen untergebracht. Es liegen weitere Anfragen von Interessenten vor, die sich im Haus etablieren wollen. „Wir haben in der Gemeinde 23 Vereine. Diese könnten hier ihre Versammlungen machen und damit ihre Zusammenarbeit verbessern. Wir könnten eine Möglichkeit schaffen, dass hier zweimal wöchentlich ein Ansprechpartner sitzt, der beim Ausfüllen von behördlichen Anträgen hilft. Wir könnten für unsere Senioren eine Computerecke einrichten und eine Bücherausleihe organisieren. Es gibt genug Ideen“, unterstrich Marina Zörner.
Jetzt sind Gemeindevertreter und Architekten gefragt, wie die Sanierung beziehungsweise ein teilweiser Neubau ablaufen sollen. Dr. Ralf Saure, Vorstandsvorsitzender des DRK-Kreisverbandes, Altkreis Finsterwalde, und Geschäftsführer Ulrich Tallarek würden am liebsten sofort anfangen.
Zum Thema Mehrgenerationenhaus
Projekt in Regie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Mehrgenerationenhäuser wie das in Rückersdorf sollen das Miteinander der Generationen fördern, um das Wissen, die Erfahrungen und die Potenziale aller Generationen zu nutzen. In ganz Deutschland werden 500 Mehrgenerationenhäuser vom Bund fünf Jahre lang mit jährlich 40 000 Euro gefördert.