Brandenburgs Schüler brauchen endlich gleiche Bildungschancen
Qualitätsoffensive für Brandenburger Schulsystem muss schneller kommen
Zur Bildungsstudie der Forscher Klaus Klemm und Rainer Block aus Essen im Auftrag der GEW erklärt die Potsdamer Bundestagsabgeordnete Katherina Reiche:
"Das Fazit der aktuell veröffentlichten Studie der Bildungsforscher Klaus Klemm und Rainer Block (Essen) im Auftrag der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) bedeutet für Brandenburg Bildungspolitik einen klaren Handlungsauftrag. Brandenburg nimmt erneut einen hinteren Platz ein.
Es ist ungerecht, wenn die Schüler in Brandenburg nicht die gleichen Bildungsmöglichkeiten erhalten, wie in anderen Ländern. Wir müssen deshalb die Verbesserung der Schulen in Brandenburg schneller auf den Weg bringen. Verstärkte Anstrengungen braucht Brandenburg auch, weil andere Länder konsequenter reagiert haben.
Die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse in Deutschland, wie sie im Grundgesetz garantiert wird, ist im Bildungswesen offensichtlich nicht mehr gegeben. Die Studie ermittelt nicht nur ein Ost-West-, sondern zunehmend auch ein Nord-Süd-Gefälle.
Gute Lernvoraussetzungen wie auch Chancen auf einen qualifizierten Arbeitsplatz nach Schule und Studium sehen die Autoren besonders in Hessen, Baden-Württemberg, Bayern.
Schlecht schnitten in der Studie die Länder Nordrhein-Westfalen und Brandenburg ab. Die Ausgaben pro Schüler liegen in Brandenburg bei 87 % des Bundesdurchschnittes von 4.600 Euro. Es werden über die gesamte Schulzeit hinweg deutlich weniger Unterrichtsstunden als z. B. Bayern oder Baden-Württemberg erteilt. Die Lehrerschaft ist im Brandenburger Durchschnitt deutlich älter als z. B. in Hessen oder Rheinland-Pfalz.
Damit kann von Chancengerechtigkeit im Brandenburger Schulsystem keine Rede sein. Die SPD erhält damit erneut eine Quittung für ihre jahrelange verfehlte Bildungspolitik, die Leistungsbereitschaft, Anstrengung, Wettbewerb und Transparenz im Bildungswesen ablehnte. Die Leidtragenden ist eine ganze Schülergeneration, denn die mit der CDU Brandenburg begonnen Qualitätsreformen werden erst in einigen Jahren Erfolg zeitigen.
Entlarvend waren Erklärungen des Bildungsministeriums in der vergangenen Woche, die schon einmal vorsorglich auf das erneut dramatisch schlechte Abschneiden Brandenburgs bei der PISA-E-Studie hinwiesen, die am Donnerstag kommender Woche veröffentlicht wird. Doch es sind keine Beschwichtigungen sondern Taten gefragt sowie eine schonungslose Analyse verfehlter Bildungspolitik in den Jahren 1990-1999.
Doch zu Selbstkritik sind die Sozialdemokraten in Brandenburg - im Gegensatz zu anderen Ländern wie Bremen - nicht fähig. Wer immer noch meint, mit Beton (Ganztagsschulprogramm der Bundesregierung) seien Lernergebnisse zu verbessern, der beweist, dass er von Bildungspolitik nichts verstanden hat."
11.07.2005